Zwischendurch ein Wort zum Thema Sicherheit:Ein ferngesteuertes Flugmodell ist kein Spielzeug !Bei aller Kreativität bei der Lösung der diversen Probleme die beim Aufbau eines Flugmodells entstehen, sollte die Betriebssicherheit an erster Stelle stehen. Grenzwertig ausgelegte Servos/Regler/Akkus/Empfänger, schlecht montierte Antriebe/Luftschrauben/Tragflächen, überpowerte Modelle in der Hand von absoluten Anfängern… die Liste der Gefährdungen ist lang. Jeder Pilot steht hier in der Verantwortung, größtmögliche Sicherheit für Mensch und Material zu gewährleisten. Selbst kleine Styropormodelle können im Straßenverkehr für Chaos sorgen, Großmodelle haben ein entsprechend höheres Schadenspotential. Wir wollen alle Spaß an unserem Hobby haben, die Gefährdung unserer Kollegen und Zuschauer gehört nicht dazu!Nun aber weiter im Text…Der ErstflugNachdem der Einkauf erledigt, das Modell nach Anleitung gebaut und komplettiert wurde, alle Akkus geladen sind und das Wetter mitspielt, naht nun das unausweichliche:Der Tag des Erstfluges!Nach dem Aufbau des Modells sollte man sich die Zeit nehmen, einen kurzen Check folgender Punkte durchzuführen:-Sind alle Befestigungen (Fläche, Räder, etc.) fest ?-Stimmt der Schwerpunkt (im abflugbereiten Zustand) ?Der Schwerpunkt wird in der Beschreibung des Modells angegeben. Wenn die Tragfläche an dieser Stelle unterstützt wird, sollte das Modell mit leicht hängender Nase auspendeln. Um den Schwerpunkt einzustellen kann entweder im Modell der Akku verschoben oder Trimmblei angebracht werden. Ein nicht korrekt eingestellter Schwerpunkt wird den Erstflug zum Letztflug machen!-Sind alle benötigten Akkus geladen ?-Laufen die Steuerfunktionen in die richtige Richtung ? (geprüft wird mit Blick in Flugrichtung, Steuer-Seite links = Ruder-Seite links,Steuer-Höhe ziehen = Ruder-Höhe nach oben, Steuer-Quer links = Ruder-Quer links nach oben und Ruder-Quer rechts nach unten)-Reichweitentest, wird eine Mindestreichweite erreicht ? (Am besten zu zweit: einer bedient eine Steuerfunktion (z.B.Höhenruder) gleichmäßig hin und her, der andere geht mit dem Modell über den Platz und überwacht die Störungsfreie Funktion). Bei 35MHz und kurzer Antenne sowie bei 2,4GHz im Reichweiten-Modus müssen 50m ohne Probleme (stotternder Ruderlauf, zucken auf anderen Funktionen) erreicht werden. In dieser Entfernung sollte das Modell auch in verschiedene Fluglagen gebracht werden. Idealer Weise wird dieser Test mit laufendem Motor wiederholt. Hinweis: Bei 2,4GHz im Reichweitenmodus nicht zwischen Modell und Sender stehen.-Antenne voll ausgezogen (35MHz) bzw. Reichweiten-Modus beendet (2,4GHz) ?-Modell festhalten und den Motor mehrere Sekunden auf Vollgas bringen, wird die volle Leistung gebracht/gehalten ? (Lohnt auch bei E-Modellen, um Probleme mit dem Akku vor dem Start zu erkennen…)-Bei Verbrennerantrieb das Modell bei Halb/Vollgas von einem Helfer senkrecht hochhalten lassen, auch hier darf die Motorleistung nicht abfallen!-Wenn bis hier hin alles klar war: alles Abschalten, kurze Pause !In dieser Entspannungsphase geht man mit dem flugerfahrenen Kollegen (der hoffentlich dabei ist) den Erstflug noch mal theoretischdurchNun folgt idealer weise dieser Ablauf: Der Fluglehrer startet das Modell, führt die grundlegenden Trimmungen aus und übergibt, wenn alles in Ordnung ist, an den Flugschüler. Je nach Ausrüstung erfolgt dies durch Umschalten der Steuerfunktionen beim Lehrer/Schüler-Sender oder durch Übergabe des Senders an den Schüler. Dieser dreht dann seine Runden während der Lehrer vereinzelt eingreift und das Modell in eine sichere Fluglage bringt. Nach Ablauf der Flugzeit (und bevor der Tank oder Akku leer ist) landet der Lehrer das Modell und alle sind happy. So wird das eine ganze Weile gehen, später startet der Schüler das Modell selbst, noch viel später wird er es auch selbst landen… Im Idealfall ist man nun restlos überzeugt und wird über Jahre diesem spannenden Hobby frönen. Wenn es nicht so optimal gelaufen ist: Übung macht auch hier den Meister! Nach ein paar Mal macht es klick und alles was vorher kompliziert erschien, klappt ohne darüber nachzudenken. Wie am Anfang gesagt: etwas Durchhaltevermögen gehört auch dazu…!Ich hoffe, dieser (einfach gehaltene) Überblick hat ihnen die Entscheidung für den Modellflug etwas erleichtert. Nach den Grundlagen kann man sich individuell weiterentwickeln und hat für Jahre Entwicklungspotential, denn langweilig wird's nie.Hoffentlich bis bald auf einem Modellflugplatz in Ihrer Nähe (... und natürlich am besten auf unserem) !(Stefan Lefeber, Jugendwart)